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Auf dem Roten Sattel mit...


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01.08.2015

Volker Laves

Volker Laves ist der Allrounder aus dem Westernsport. Als Turnierreiter hat er mehrfach Europa- und Deutsche Meisterschaften gewonnen, aus seiner Zucht sind viele European-Champions, Futurity-Champions und AQHA-Champions in Halter und verschiedenen Performance-Klassen hervorgegangen. Acht Deckhengste der Rassen American Quarter Horse und Paint Horse stehen auf seinem Gestüt Circle-L in Wenden (Kreis Nienburg/Weser). Er führt mit Frau Kirsten die 60 Jahre Zuchtarbeit von Hank Wiescamp (Colorado) in Europa fort. Die Wiescamp-Pferde spiegeln durch ihr Aussehen und ihre Vielseitigkeit den originalen Quarter Horse Typ wieder. Ihre Ruhe und Ausgeglichenheit verbunden mit weichen, athletischen Bewegungen, machen sie zum idealen Allround-Pferd für die ganze Familie bei Freizeit und Turnier. Volker Laves ist Trainer A, Professional Horseman der AQHA, Pferdewirtschaftsmeister, bietet auf seiner Ranch Seminare, Reitunterricht, Kurse und Westernsättel und -zubehör an.

horseWOman: Was war Ihr wichtigstes Turnier?
Volker Laves: Wir haben in den letzten 30 Jahren das Glück gehabt, dass wir auf fast jeder Europameisterschaft waren und mit den von uns vorgestellten Pferden, die größtenteils aus der eigenen Zucht sind, immer gut da gestanden haben. Meistens haben wir bis zu 6 Europameister Titel mit nach Hause genommen. Für mich persönlich war es aber die EM 1986, als ich damals in der Westernpleasure Europameister geworden bin. 1982 wurde ich im Seniortrail Europameister, 83 kam der EM-Titel in der Seniorreining und ich wurde Deutscher Meister in der Reining mit unserer Zuchtstute Mariquita Linda dazu. Das waren die Startschüsse für meine Karriere. Und unserem jungen Betrieb konnte nichts besseres passieren. Damit haben wir uns direkt von den Mitbewerbern abgesetzt.

horseWOman: Erinnern Sie sich an Ihr erstes Pferd?
Volker Laves: Oh ja, das allererste Pferd war eine Shetlandponystute die 1964 in unsere Familie kam und sie blieb dort bis sie 35 Jahre alt war. Meine Tochter Anna hat sie 1988 als 4 Jährige so weit in die Gänge gebracht, dass sie mit ihr auf dem Reitplatz im Schritt, Trab und Galopp geritten ist.

horseWOman: Was war der bleibendste Eindruck in Ihrer Reiter-/Züchterkarriere?
Volker Laves: Reiterlich war es vor 2 Jahren der Start auf den Weltmeisterschaften in den USA. Ich hatte mich mit unserem Quarterhorse Hengst CL Silent Badger hier in Deutschland qualifiziert. In der Prüfung Ranch-Pleasure, die jetzt Ranch-Riding heisst, startete ich mit einem geliehen Pferd, dass ich vor der WM nur 7 Mal unter dem Sattel hatte. Die AQHA erlaubt seit einigen Jahren, dass Ausländer auf geliehenen Pferden starten dürfen. Und mit dem wurde ich sogar 39. von 108 Startern und bin nur mit 1,5 Punkten am Finaleinzug vorbeigezogen. Aber es war toll. Die anderen reiten ihre Pferde ja schon ewig und ich war mit meinem geliehenen Pferd unterwegs. Es war ein wirklich tolles Pferd. Es gibt sogar auf YouTube ein Video davon: Volker Laves Ranchpleasure. Diese neue Prüfung hat den Westernbereich sehr aufgewühlt, weil es ein natürlich gehendes Pferd wieder zulässt. Es muss nicht so speziell wie die Reining- oder Trailpferd sein. Ja, das war mein Lebenstraum, einmal auf der Worldshow zu starten. Der ist auf jeden Fall in Erfüllung gegangen.
Züchterisch haben wir in den letzten 15-20 Jahren alle Titel gewinnen dürfen, die es gibt. Es sind aus unserer Zucht 2 mal Bundesfohlenschau Sieger und 2 mal Elitestutenschausieger geworden. Dann gibt es jedes Jahr mehrere Europameister, die aus unserer Zucht kommen. Vor 2 Jahren war es so, dass wir auf alle züchterischen Veranstaltungen mit einem Bundessieger versehen wurden und nebenbei noch jede Menge Körungssieger usw. hatten. Wir hatten das große Glück, in unserem Zuchtbereich die richtigen Pferde an die Hand bekommen zu haben. Das zeigt sich daran, dass wir letztes Jahr von 12 Fohlen 11 mit 8,0 und besser, in den Fohlenschauen bewertet. Da ist schon eine relativ hohe Konstanz drin. Wir haben einfach auch Glück gehabt. Sicherlich hängt es auch damit zusammen, dass man sich mit der Sache beschäftigt.

horseWOman: Was ist ihnen das Wichtigste bei einem Pferd, worauf legen Sie am meisten Wert?
Volker Laves: Es gibt da ein Züchter-Satz, den mir mein Mentor Hank Wiscamp gesagt hat: Looks & Brain & Speed. Wobei er als ein Meisterzüchter der Linienzucht nie über Pedigree gesprochen hat. Looks ist das Gebäude, dass heisst wir brauchen ein korrektes, balanciertes Gebäude, das von den Schulter- und Hinterhandwinkelungen und der Rückenlinie entsprechend geformt sein muss. Brain bedeutet, dass das Pferd von seinem Wesen her genügend fügsam, nachgiebig und mitarbeitend ist. Speed bedeutet die athletische Veranlagung. Das heißt nicht nur Schnelligkeit, sondern die Kraft und Wendigkeit auch umzusetzten. Ob in der Reining, beim Barrelracing oder in der Pleasure. Das Pferd muss sich gerade in den langsamen Gangarten rund machen, die Aktivierung (Speed) der Hinterhand bringt das Pferd so in die Versammlung nach vorne und ermöglicht ihm so langsam und taktrein zu laufen.
horseWOman: Wer war Ihr Vorbild?
Volker Laves: In meinem Leben sind viele bedeutende Mentoren gewesen. Einen habe ich schon erwähnt, Hank Wiscamp, der züchterisch sein Lebenswerk einmalig in der Geschichte der Quarterhorses geführt hat. Er hat uns mit seinem Wissen und seinen Pferden in besonderer Weise beglückt. In meinem jetztigen Leben spielen einige Menschen eine große Rolle. Lou Roper aus Californien, ein Spezialist in der Trailreiterei und mein Freund Doug Milholland, er ist Worldchampion in der Reining und in der NRHA Hall of Fame. Er kommt noch jedes Jahr zu uns nach Wenden und gibt Kurse, die immer sehr gut besucht sind. Und im nahen Kreis hatte ich das große Glück einen Lebenspartner zu finden, meine Frau Kirsten, die mich jetzt schon über 40 Jahre coacht und mit mir zusammen all diese Abenteurer erlebt hat. Zum privaten Bereich gehören natürlich meine Eltern und meine Familie, mit den drei Kindern hier auf der Circle L Ranch.

horseWOman: Was fasziniert Sie am meisten bei der Reiterei?
Volker Laves: Zuerst habe ich klassisch Reiten gelernt, was ich nach wie vor als großes Glück empfinde, denn was ich da an Ausbildungswegen und Konzepten im Rahmen einer Ausbildung gelernt habe, ist es, was mich noch heute beim Reiten und Ausbilden stärkt und den entsprechenden Rückhalt gibt. Der Weg zum Westernreiten war die Suche nach einer Reiterei, wo das Pferd mit weniger Hilfen bedient wird und es mehr Chancen hat, von sich aus mehr mitzuarbeiten. In der neuen Prüfung, der Ranchpleasure, wird dem Pferd wieder erlaubt sich so zu zeigen. Das Pferd wird mit feinen Hilfen geritten und es wurde nicht mit viel Technik dahin gebracht. Die Technik spielt leider im modernen Westernreitsport eine große Rolle und es ist dabei aus dem Ruder gelaufen. Das ist der Grund, warum ich als einer der ersten in Deutschland das AQHA Showsteward-Seminar mitgemacht habe, weil ich die Verrohung dieser Reitweise absolut nicht gut heiße, die in den letzten 10 Jahren stattgefunden hat.
Wenn man ein Pferd solide ausbildet, egal ob Klassisch oder Western, ist der große Unterschied in der Westernreiterei, dass die Pferde viel mehr Möglichkeiten sich mit anzubieten. Diese Art des zurückkommens des Pferdes zum Reiter ist der Flash und das Hochgefühl, das ich jeden Tag auf meinem Pferd bekomme. Ich vergleiche es immer gerne mit: Tanzen mit einem Traumpartner. Wenn alles zusammenpasst, dann ist das auch so. Die Leichtigkeit mit der die gutgerittenen Pferde bedient werden können, das ist schon irre.
horseWOman: Gibt es für Sie Alternativen zum Pferd?
Volker Laves: Ich habe das große Glück, dass ich alles, was ich mir in meinem Leben gewünscht habe und das, was ich relativ gut kann in meinem Beruf, der ja eher eine Berufung für mich ist oder eine Passion, dass ich das alles ausleben darf. Es ist ein großes Geschenk, seit 30 Jahren auf einem Hof leben zu dürfen und nicht alle 5 Jahre umziehen zu müssen. Und dann hat sogar meine ganze Familie noch Interesse an meiner Arbeit, das ist nicht mehr zu toppen. Einmal im Jahr fliege ich zur Worldshow, das mache ich auch schon seit 30 Jahren. Für mich ist es die Möglichkeit mich zu orientieren. Dort schaue ich, wo die Trends hingehen, nebenbei besuche ich unsere Lieferanten für den Sattelshop und bekomme da die ganzen Neuigkeiten aus der USA Szene mit. Es ist eine kleine Ausszeit, aber auch Erfrischung für Körper, Seele und das Geschäft.
horseWOman: Können Sie sich vorstellen was aus Ihnen ohne die Pferde geworden wäre?
Volker Laves: Wahrscheinlich Landwirt
horseWOman: Jetzt wird es ganz privat...
horseWOman: Wie machen Sie am liebsten Urlaub?
Volker Laves: Wenn ich denn das loslassen kann, was ich so gerne tue, dann fahre ich an die Nordsee. Bin gerne nah am Wasser. Das ist für mich die schönste Möglichkeit mich zu regenerieren. Meistens schaffe ich es einmal mal im Jahr für 5 Tage.
horseWOman: Ihr Lieblingsessen?
Volker Laves: Ich bin ein echter Salatfreak. Ich lebe gern von Grünzeug in Ergänzung zu allem anderen.
horseWOman: Ihr Lieblingslokal?
Volker Laves: Am liebsten zu Hause.
horseWOman: Ihre Lieblingsveranstaltung?
Volker Laves: Ride of America. Dieses Jahr findet sie zum 25. Mal statt. Sie ist alles das, was auch die Circle L ist. Wir haben hier 6 Tage lang Turnier mit internationaler Besetzung. Am Samstag ist die Galanight mit Showbildern aus verschiedenen Bereichen der Reiterei. Richard Hinrichs war schon bei uns oder eine Trickreitergruppe aus Holland und wir hatten auch die Schäferin Anne Krüger aus Melle mit ihren Ziegen und den Hütehunden bei uns auf dem ROA. Jedes Jahr haben wir ein anderes Highlight, das nicht zwangsläufig mit der Westernreiterei zu tun hat.Im letzten Jahr waren wir 5. größtes Turnier in Europa. Davor sogar das drittgrößte gleich nach der EM und DM. Und das über viele Jahre. Es ist schon eine besondere Sache, solch ein Event hier zu haben und den Reitern ein schönes Ambiente zu bieten. län



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