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 Das Veranstaltungsmagazin für Pferdeliebhaber

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Auf dem Roten Sattel mit...


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01.06.2016

Peter Kreinberg

Seit über 35 Jahren bildet er Pferde aus. Peter Kreinberg ist ein Anhänger der traditionellen kalifornischen Vaquero-Reitweise. Mit seiner „Gentle Touch-Methode“ hat er daraus abgeleitet eine überaus pferdefreundliche Ausbildungsmethode für Pferd und Mensch entwickelt. Er vermittelt in Kursen und Seminaren für jeden nachvollziehbar ein Verständigungssystem am Boden und unter dem Reiter, bei dem Sicherheit, Entspanntheit und Zuverlässigkeit im Vordergrund stehen. Etwa 150 lizensierte Trainerinnen und Trainer arbeiten nach seiner Methode.


Was war Ihr wichtigstes Turnier?
Eigentlich war es auch mein letzter Turnierstart, bei dem ich ein Pferd für einen „Kunden“ auf einem Turnier vorstellte, danach ritt ich nur noch meine eigenen Pferde. Es war in den 80iger Jahren. Ich ritt das Pferd eines Besitzers, der drei der besten Reiter in einem Turnier-Team für seinen Turnierstall Reiten ließ. Als er mich in sein Team holte, klärte ihn auf, dass ich gewisse Ausbildungsmethoden und Praktiken, die im Turniersport „normal“ sind, nicht anwenden würde. Ich sagte ihm deutlich, dass es unser letzter gemeinsamer Tag sei, an dem er evtl. von mir Handlungen verlangt, die ich nicht pferdegerecht finde, nur damit sein Pferd gewinnt. (Ich möchte hier jetzt nicht ins Detail gehen.) Drei Jahre showte ich für ihn Pferde und er hielt sich an unsere Abmachung. Dann war da die erste große Reining-Veranstaltung, bei dem es um sehr viel Preisgeld ging. Mein Pferd war ein Working Cow Horse, dass nicht so prädestiniert für die Aufgabe der Reining war. Bei den Galoppwechsel neigte es zu Fehlern und es regte sich schnell auf. Der Besitzer hatte sich das hohe Ziel gesetzt, dieses Vielseitigkeitspferd gegen die Spezialisten gewinnen zu sehen. Ich sah uns realistisch unter den ersten zehn. Ich hatte außerdem mit ihm während des Turniers zwei Working Cowhorse Prüfungen zu bestreiten, während die Konkurrenten nur für die Reining starteten. Der Besitzer verlangte, etwas „nachzuhelfen“. Ich erinnerte ihn an meine Eingangsworte bot ihm einen Reiterwechsel an, wenn er das von mir verlange. Es kam zum Eklat, wir einigten uns, das ich das Pferd auf meine Weise vorstellen würde, danach würde ich nicht mehr für ihn reiten. Ich war letzter von etwa 60 Startern. Als der vorletzte Starter mit dem Highscore von 73,5 aus der Prüfung kam, ritt ich ein. Jack Brainard, der alte Haudegen, war Richter.Er mochte das Pferd und meine Art zu reiten. Ich hatte zuvor eine Westernriding (Prüfung mit vielen Galoppwechseln) genannt, damit ich mein Pferd in den ruhigen Galoppwechsel etwas schulen konnte, um ihm Sicherheit zu geben. Der Pferdebesitzer war darüber ziemlich sauer, weil er es nicht verstand, dass ich überhaupt eine solche Prüfung ritt und dann auch noch „versiebte“. Das ich dafür in der Reining dem Pferd in seinem schwachen Mannöver mehr Sicherheit gab, hatte er nicht verstanden. Jack Brainard hatte meinen Plan durchschaut. Mein Pferd bewies mir, dass wir alles richtig gemacht hatten. Ich brummte durch die Prüfung, strahlte ins Pulikum und hatte wirklich viel Spaß. Es war einer meiner besten Ritte. Und ich bekam auch die Wertnote 73,5. Es wurde ein Stechen nötig. Das hatte der pfiffige Richter mit Absicht gemacht. Mein Vorreiter hatte nicht die Nerven und versemmelt seinen Ritt total. Mir konnte nichts mehr passieren, ich legte nochmal einen richtig flotten Ritt hin, da mein Pferd sich sehr gut anfühlte. Die Leute tobten auf der Tribüne. Ich rechnete mit einer 74 und bekam eine 75! Es blieb der letzte Ritt für einen Pferdebesitzer auf einem Turnier.

Erinnern Sie sich an Ihr erstes Pferd?
Ja, ich erinnere mich sehr gut. Ich fuhr mit meinem Vater nach Hamm auf den Pferdemarkt. Unter den 300 Pferden kamen zwei Pferde für mich in Frage. Eine braune, etwas unscheinbare 2jährige Stute, die doch unverhältnismässig teuer war. 5.000 DM wollte der Händler haben, dafür bekam man zu der Zeit schon ein gut gerittenes Reitpferd. Der Händler wusste natürlich, dass ich auf dieses Pferd abgefahren war. Zum Ende des Tages gingen wir wieder zu ihm hin und sagten, wir hätten ein anderes Pferd gekauft. Ich hatte aber einen Freund angerufen und ihm den Auftrag gegeben, die Stute für mich kurz vor Ende des Marktes zu kaufen. Bis 1.500 DM durfte er gehen und er hat meine Mona für 1.200 DM erstanden. Die Stute ist bei mir 33 Jahre alt geworden.

Was war der bleibendste Eindruck in Ihrer Reiterkarriere?
Jede Reiterkarriere wird durch Pferde und Menschen geprägt. Wenn ich an die Menschen denke, die mir kleine Anstupser mit großer Wirkung gegeben haben, dann war sicherlich „Chief“ Arnold Rojas einer davon. Er lebte in Californien. Ich habe ihn das erst mal auf der Snaffle Bit Futurity in Reno, Nevada getroffen. Er war ein alter Vaquero und bot sein Buch „Those were the Vaqueros“ an. Ich war ziemlich enttäuscht, wie dort mit den jungen Pferden umgegangen wurde und wollte mit ihm darüber sprechen. Amerikaner sind überaus höfliche Menschen. Er meinte zu mir, dass er sich sehr freue hierher eingeladen worden zu sein und bei allem Negativen, was man in der Welt sehe, können man doch irgendwo immer auch etwas Positives finden. Jeder müsse sich sein eigenes Bild machen. Ich lief also weiter über die Veranstaltung auf der Suche nach positiven Eindrücken. Ich habe sehr viel gute Denkanstöße mit nach Hause genommen. Den „Chief“ besuchte ich in den folgenden Jahren regelmäßig bei meinen USA -Aufenthalten. Er half mir, einen tiefen Einblick in die ursprüngliche Vaquero-Kultur zu gewinnen und machte mich mit vielen seiner Freunde bekannt.

Haben Sie Vorbilder?
Keinen Mentor oder so etwas, wenn Sie das meinen. Natürlich verschiedenste gute Pferdeleute, jeder hatte eine andere Persönlichkeit mit besonderen Stärken und natürlich mit der einen oder anderen Schwäche. In den 90er Jahren war es Ronnie Hodges, mit ihm war ich eng befreundet, wir hatten auch geschäftliche Beziehungen. Alle meine Co-Trainer hab ich zu ihm rübergeschickt. Uwe Röschmann ist zum Beispiel erfolgreicher Trainer in den USA und Jörg Pasternak in Deutschland. Ich bin auf Ronny gekommen, weil er für mich das Bild eines stets perfekt balancierten Reiters war. Und er hat mir den Weg in das Cutting gewiesen. Diese Rinderarbeit und hat mich begeistert und mir viele schöne Momente beschert.

Was ist ihnen das Wichtigste bei einem Pferd? Worauf legen Sie am meisten Wert?
Ich bin nicht festgelegt auf eine Rasse oder einen Typ. Ich habe in meinem Leben die unterschiedlichsten Pferde geritten. Wenn ich mich persönlich für ein Pferd entscheiden will, werde ich mir darüber im Klaren, was ich mit ihm machen möchte. Ich muss mir also ein Pferd aussuchen, dass die physischen und mentalen Voraussetzungen für das, was ich möchte, mitbringt. Ich kann das Potentioal eines Pferdes relativ gut erkennen, das hilft dann bei der Entscheidung.

Was fasziniert Sie am meisten bei der Reiterei?
Das kann ich so gar nicht beantworten. Die Reiterei gehört für mich zum Leben, wie die Luft zum Atmen. Sich mit einem Pferd immer wieder auf ein Ziel zu zubewegen, auf kommunikativem Weg das Pferd zu formen und zu prägen. Man hat von dem Pferd ein Bild im Kopf und fängt dann an es zu formen und zu modellieren. Das ist für mich etwas sehr Kreatives. Ich setze ich mir Ziele mit dem Pferd, die ich dann in den nächsten Jahren erreichen möchte. Natürlich gehört zum Reiten auch das Vermitteln und Unterrichten, die Zusammenarbeit mit Menschen, die die gleiche Leidenschaft teilen, wie ich. Es bereitet viel Freude, ihnen zu helfen.

Gibt es für Sie Alternativen zum Pferd?
Direkt ein anderes Hobby habe ich nicht, da ist bei meinem Tagespensum keine Zeit für. Aber ich habe immer wieder unterschiedliche Tätigkeiten gemacht. Z. B. als Redakteur eine eigene Zeitung herausgegeben oder selber Sättel gebaut. Aber meine Nebentätigkeiten hatten immer mit dem Pferd zu tun.
Können Sie sich vorstellen, was aus Ihnen ohne die Pferde geworden wäre?
Wenn ich mir meinen Bruder ansehe, der ist Beamter geworden und geht in ein paar Jahren in Pension. Er hat nur als kleiner Junge mal auf dem Pferd gesessen. Mein anderer Bruder hat auch einen normalen Beruf und ich wäre ohne die Pferde wahrscheinlich Bankkaufmann geblieben und würde mich langsam auf meine Rente vorbereiten. Mein Vater wollte, dass ich etwas seriöses werde und nicht in die Pferdebranche gehe. Ich habe mich damals anders entschieden , als die Zeit reif dafür war und das war auch gut so - Somit ist diese Antwort eher theoretisch zu sehen.

Jetzt wird es ganz privat...

Wie machen Sie am liebsten Urlaub?
In der Regel sind es Kurzurlaube. Wir besuchen meistens Freunde, mit und ohne Pferde, die in anderen Ländern oder in anderen Rahmenbedingungen leben, wo wir mal aus dem eigenen Umfeld herauskommen. Ich bin nicht so der Strandurlauber. Meine Frau Rika hat auch die ganze Welt bereist, deshalb zieht es uns nicht mehr so in die Ferne.

Ihr Lieblingsessen?
Pizza wahrscheinlich - Nein nicht wirklich. Da lege ich mich nicht fest.

Ihr Lieblingslokal?
Nein, haben wir auch nicht. Wir mögen es vielseitig und abwechslungsreich, deshalb haben wir uns da nicht festgelegt.

Ihre Lieblingsveranstaltung?
Ehrlich gesagt, ich glaube, man braucht keine großen Veranstaltungen, um glücklich zu sein. Ich bin gerne zu Hause. Wir haben ein schönes Anwesen, wunderbare Natur, die Nachbarn sind nett und wir genießen die Zeit daheim. Wir laden gerne Freunde zu uns ein, das sind unsere Lieblingsveranstaltungen.



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